Dienstag, 25. August 2009

Anaphylaktischer Schock bedeutet Lebensgefahr - Stadium 1 - 4

Der anaphylaktische Schock ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Bei dieser Reaktion sind lebenswichtige Organe betroffen, unter Umständen kann sie infolge eines Kreislaufversagens tödlich enden.

Was sind die häufigsten Auslöser?

Insekten: Biene, Wespe, Hornisse
Antibiotika: bekanntestes Beispiel ist Penicillin. Auch Röntgenkontrastmittel oder Rheuma-Medikamente können solche schweren Allergien auslösen


Nahrungsmittel: Meeresfrüchte, Erdnuss, Sellerie; bei Kindern selten Milch, Ei, Weizenmehl
Viele andere Substanzen wie Pollen, Tierhaare, Nüsse, Kern- und Steinobst, Schmerzmittel oder Latex können ebenfalls zu anaphylaktischen Reaktionen führen, diese sind in den meisten Fällen aber milder.

Wie kommt es zum anaphylaktischen Schock?
Hauptverantwortlich ist eine körpereigene Substanz namens Histamin: Diese wird lawinenartig aus Blutzellen freigesetzt, wenn der Organismus in Kontakt mit einem Stoff tritt, auf den er allergisch reagiert. Histamin wird beispielsweise aber auch bei starken Schmerzen sowie Infekten freigesetzt und kann über die Nahrung (Alkohol!) sogar von außen zugeführt werden. Häufig sind daher mehrere Faktoren gleichzeitig verantwortlich.

Beispiel: Jemand bekommt auf Grund eines eitrigen Zahnes Penicillin und Aspirin verschrieben. Er nimmt die Medikamente mit einem kräftigen Rumtee ein, damit sie (vermeintlich) besser wirken. Eine halbe Stunde später reagiert er anaphylaktisch.
Wie äußert sich der anaphylaktische Schock? (Stadium 1 - 4)
Stadium 1: Zungenbrennen bzw. Zungenschwellung, Juckreiz, Hautrötungen und Nesselausschlag, leichte Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen (In diesem Stadium sollte das Notfallpaket benutzt werden)

Stadium 2: Bauchkrämpfe, Migräne, unregelmäßiger Herzschlag, Heiserkeit, Sehstörungen (als würde man durch einen weißen Vorhang sehen), kalter Schweiß am ganzen Körper

Stadium 3: Durchfall, Erbrechen, starke Atemnot, kaum noch ansprechbar. Nach Aussage meines Mannes konnte er in meinen Augen nur noch das Weiße sehen, da meine Augen total verdreht waren. In diesem Zustand braucht man dringend notärztliche Hilfe

Stadium 4: Hier kommt es zusätzlich zum Atemstillstand oder Herzstillstand.

Bevor bei mir ein Test durchgeführt wurde, befand ich mich schon zwei Mal im Stadium 3. Da mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war, dass ich u.a. auch an einer Histamin-Intoleranz leide, dachte ich mir, dass das wohl nur ein verdorbener Magen wäre.

Erst als mich der Chefarzt der Klinik auf einen anaphylaktischen Schock ansprach, wurde mir bewusst, in welcher Lebensgefahr ich bereits war. Seit dieser Zeit gehe ich nicht mehr ohne mein Notfallpaket aus dem Haus.

In welchem Zeitraum erfolgt die anaphylaktische Reaktion?Der anaphylaktische Schock ist dadurch gekennzeichnet, dass er sofort (innerhalb von Minuten) nach dem Kontakt mit dem Auslöser einsetzt, z.B. unmittelbar nach einem Bienenstich.

Bei der Einnahme von Medikamenten und Nahrungsmitteln, die vom Körper infolge noch abgebaut werden, können die allergieauslösenden Produkte erst nach einigen Stunden entstehen. Die Schock-Symptomatik wird dann erst später und langsamer einsetzen, diese Reaktionen sind aber sehr selten.
Wie reagiere ich im Fall der beschriebenen Beschwerden?Wichtigste Erstmaßnahme ist - soweit möglich - das Erkennen des auslösenden Allergens und das Verhindern der weiteren Zufuhr.
Bei allergischen Reaktionen im Falle eines Insektenstiches gilt es unbedingt Ruhe zu bewahren und Panikhandlungen zu vermeiden. Durch vorsichtiges Kratzen (kein Ziehen oder Zusammenpressen!) kann der Insektenstachel entfernt werden, ohne dass weiteres Gift (z.B. aus dem Giftsack der Biene) in den Kreislauf gelangt.
Es empfiehlt sich, zur Minderung der Kreislaufprobleme die Schocklage einzunehmen (Beine hochlagern); dadurch wird die Durchblutung des Gehirns gefördert.
Alarmieren Sie einen Notarzt und/oder suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf.
Sofern in greifbarer Nähe, nehmen Sie sofort antiallergische Medikamente ein.

Kommentare:

Ana aus Portugal hat gesagt…

Hallo!

Ich bin Ana aus Portugal (Lissabon) und habe ebenfalls einen anaphylaktischen Schock mit Penicillin erlitten.

Momentan kaempfe ich mit einer schlimmen Pilzinfektion und versuche irgendwie an Brot Rezepte zu kommen, aber ohne Hefe und ohne Gluten und ohne Zucker.

Hast Du welche?

Uebrigens - toll Dein Blog und Dein Mut!

Sonnige Gruesse aus Lissabon,

Ana

Dinkelhexe hat gesagt…

Hallo Ana, vielen Dank für Deinen Kommentar und die Anregung, glutenfreies und hefefreies Brot zu backen. So wird es mir nie langweilig und ich kann immer wieder neue Dinge ausprobieren. Das Kernige aus der Mischung von Mais- und Reismehl mag ich sehr gerne und das Brot ist richtig lecker geworden.
Sei ganz lieb gegrüßt,
Renate

Dinkelhexe hat gesagt…

Das gluten- und hefefreie Brot findest Du hier: http://dinkelhexe.blogspot.com/2009/08/gluten-und-hefefreies-brot.html

Anonym hat gesagt…

Hallo

Das, was Du schreibst ist alles richtig. Bei mir wurde inzwischen auch eine Histaminintoleranz festgestellt, das erklärt auch diese bösen Anfälle, bei denen ich allerdings von den Ärzten nie ernst genommen wurde, da es bei mir wohl nur Stadium 1 bis max. 2 war. Es reichte, um mich hundeelend zu fühlen. Jedesmal wurde mir gesagt, ich solle Stress abbauen und ich wurde mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt. Ein Notarzt meinte sogar mal: "Wenn sie mal nicht nur simulieren, sowas nervt wirklich". Es ist traurig, wie mit Patienten umgegangen wird. Ich habe inzwischen richtig Angst vor Ärzten.