Freitag, 28. November 2008

Schimmelpilz-Allergie

Im Winter ist die Hochzeit der Schimmelpilze. Er kann in allen Farben und Formen schillern. Dennoch ist er eine echte Plage: der Schimmel im Wohnbereich. Vor allem in der Regenzeit im Herbst sowie im Winter ist er ein häufiges Problem, das gesundheitliche Beschwerden wie Asthma bronchiale sowie erhöhte Infektanfälligkeit verursachen kann. Schimmel setzt sich aus einzelnen Fäden zusammen, die dann das Pilzgeflecht bilden. Seine Vermehrung erfolgt über Sporen, die in der Luft (im Winter befinden sich 250 Sporen in einem Kubikmeter Außenluft) immer vorhanden sind. Bei einer Raumtemperatur ab 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent beginnen die Pilze dann zu wachsen.

Tipp: Mit Essigwasser kann man verschimmelte Oberflächen effektiv bekämpfen und reinigen. Ausreichendes Lüften senkt die Raumfeuchtigkeit und entzieht dem Schimmel so die Lebensgrundlage.

Schimmelpilze sind Mikroorganismen, die überall in unserer Umwelt vorhanden sind. Es sind die mikroskopisch kleinen Pilzsporen oder manchmal Bruchstücke von Schimmelpilzorganismen, die allergische Reaktionen auslösen. Schimmelpilze gehören zu den Allergenen, die hauptsächlich an den Atemwegen wirken und Schnupfen und Asthma hervorrufen. Doch es kommt auch vor, dass Schimmelpilze zu Symptomen führen, wenn sie über die Nahrung aufgenommen werden. Das gilt auch für Speisepilze und Hefen im Rahmen von Kreuzallergien. Wer auf Schimmelpilze allergisch reagiert, wenn er die Allergene einatmet, muss nicht unbedingt auch auf Schimmelpilze im Essen reagieren. Es lohnt sich jedoch bei ungeklärter Symptomatik (auch Magen-Darm-Beschwerden, Durchfälle, Kopfschmerzen, Migräne, Hautjucken, Nesselsucht, Verschlimmerung der Neurodermitis) durch Beobachtung und durch Aufsuchen eines Allergologen herauszufinden, ob und welche Schimmelpilze in der Nahrung dafür verantwortlich sind.
Um dem vorzubeugen, sollten Vorratsschränke, Kühlschränke und Kühltruhen sehr sauber gehalten werden. So sollte auch der Biomüll immer sofort entsorgt und Mülleimer am besten täglich aus dem Haus gebracht werden. Die Reinigung der Müllbehälter spielt hier auch eine große Rolle.
Verderbliche Lebensmittel sollten im Kühlschrank gelagert werden und möglichst bald nach dem Einkaufen verzehrt werden. Lieber häufiger Frisches einkaufen. Überreifes und angefaultes Obst und Gemüse sollten nicht mehr gegessen werden und auch nicht in der Wohnung bleiben. Wer entsprechend empfindlich ist, sollte auf Edelschimmelkäse verzichten. Käse kann sehr problematisch sein, weil er unter der Rinde und auf der Oberfläche häufig mit Schimmelpilzen kontaminiert ist. Auch Schinken reift häufig an der Luft und wird dabei auf der Oberfläche von Schimmelpilzen besiedelt. Backwaren können Schimmelpilze und Hefe auch durch die Teiggärung enthalten. Wer auf Backhefe und Sauerteig reagiert, kann sich mit Brot helfen, das Backpulver oder Backferment als Triebmittel enthält. Hobby-Bäcker sind hier im Vorteil.
Die meisten Schimmelpilzarten sind hitzestabil, das heißt die Allergene werden bei der Speisenzubereitung durch Kochen nicht zerstört.

Schimmelpilz-Sensibilitäten stellen häufig ein unbeachtetes Gesundheitsproblem dar.
Symptome:
Sehr häufig kommt es zu: Nies-Attacken und Schnupfen mit starker wässriger Sekretion und Naselaufen oder verstopfte Nase, weil die Schleimhäute anschwellen.

Husten und Atemnot bis hin zu Astmaanfälle, bronchitisartige Beschwerden.
Reizung der Haut.
Bindehautenzündung mit juckenden, geröteten und tränenden Augen.
erhöhte Infektanfälligkeit.
chronischer Erschöpfungszustand.
Reaktion des Verdauungstraktes (Blähungen, Erbrechen, Koliken, andauernde Magen-Darmbeschwerden) .
Depressionen, Anschwellen der Gelenke, Arthritis, Schwindel, Schmerzen in der Muskulatur, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten.

Sogar Wutausbrüche und Hyperaktivität können schimmelpilzbedingt sein.


Hier sind die wichtigsten Allergie auslösenden Schimmelpilze in Nahrungsmitteln und ihr hauptsächliches Vorkommen aufgelistet:

Aspergillus, Penicinillium, Scopulariopsis, Paecilomyces sind allgemeine Lebensmittelverderber
Penicillium chrysogenum und Penicillium notatum: Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Milchprodukte, Brot, Backwaren, Früchte, Gemüse
Penicillium expansum: Äpfel, Birnen, Kirschen, Trauben (Blauschimmel)
Cladosporium: Käse, Milch, Brot, Marmelade, Säfte, Tomaten, Fleisch
Alternaria tenius: Raps, Früchte, Samen, Rüben, Rhizomen und Knollen, Fäule von Zitrusfrüchten, fetthaltige Milchprodukte
Aspergillus amstelodami: Marmelade, Honig, Süßwaren
Aspergillus fumigatus: Getreide, Butter, Fette
Aspergillus versicolor: Fleisch, Brot, Käse
Scopulariopsis brevicaulis: Fleisch, Fisch, Fette, Milchprodukte
Fusarium: Weißfäule von Kartoffelknollen, Tomatenwelke
Fusarium vasinfectum: Früchte, Samen, Wintergetreide, Futtermittel, Bananen,
Paranüsse, Rhizinussamen, Kartoffelknollen, Wintergetreide
Fusarium culmorum: Trinkwasserleitungen, fetthaltige Substrate
Neurospora sitophila: Sauerteig, Mehl, Halbfertigbackwaren, Brot (Schnittbrot), Brotschimmel
Botrytis-Arten: Stängel, Blätter, Blüten und Früchte, Erdbeeren, Birnen, Äpfel, Wein (Sauerfäule), reife Weinbeeren (Edelfäule), Flaschenkorken, Milch, Butter, Molkereiprodukte, Haferflocken, Getreidekörner
Mucor und Rhizopus: Brot- und Backwaren, reife Früchte (Tomaten), Getreideschrot, Maischebereitung
Mucor mucedo: faulende, pflanzliche Abfälle, Molkereiprodukte, Nüsse, Tabak, Kühlhausfleisch
Aureobasidium (Pullularia pullulans): Gräser (Getreide), Liliengewächse, Nelkengewächse, Korbblütler

Es ist für Allergiker schon beängstigend, wo überall Schimmelpilze lauern.

Kommentare:

HijabAmira hat gesagt…

Also darf man wenn man allergisch auf schimmelpilze ist, kein brot oder getreide mehr essen???

P.S. sehr schön gemacht deine seite.
bin auch fructose, -lactose intollerant und wahrscheinlich auch Histamin..
trotz meiner diät hab ich immer noch ausschlag..deshalb frag ich mich ob das vom dinkel kommt?

Dinkelhexe hat gesagt…

Hi, schön, dass Dir die Seite gefällt. Lass doch mal Hefe weg und backe dein Brot und Brötchen mit Backpulver. Beim Bäcker gibts ja inzwischen auch Brote ohne Hefe. Dass es am Dinkel liegt, kann ich mir kaum vorstellen. In unserem Fall hilft ja nur, dass wir alles ausprobieren und herausfinden, was uns guttut. Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute. Herzliche Grüße

Sigi hat gesagt…

Dein Bericht ist richtig klasse. Wir sind sowas von vorsichtig geworden, da ich auch die Schimmelpilz-Allergie habe. Ich muß schon bei feuchtem Wetter aufpassen , da ich schwere Atemnot bekomme.
LG Sigi