Freitag, 5. September 2008

Fruktose-Intoleranz und Unverträglichkeit

Fruktoseintoleranz ist eine erbliche Störung, bei der Fruchtzucker entweder überhaupt nicht oder nicht in ausreichender Menge abgebaut werden kann. Auf Dauer wird der Fruchtzucker-gehalt toxisch erhöht. Dadurch wird die Verstoffwechselung der Glukose gestört und eine Unterzuckerung verursacht.

Der Arzt kann eine Fruktoseunverträglichkeit durch einen Atemtest oder Blutentnahme feststellen.

Menschen, die an einer Fruktoseunverträglichkeit leiden, können Fruktose im Magen-Darm-Trakt nur in geringen Mengen aufnehmen. Es ist eine erworbene Krankheit. Die im Darm verbleibende Fruktose wird von den Darmbakterien aufgenommen und vergoren. So entstehen starke Blähungen. Die Hauptsymptome sind Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und kolikartige Krämpfe im Dickdarm. Bei Betroffenen, die trotzdem Fruktose zu sich nehmen, kann sich die Darmflora weiter verschlechtern. Patienten mit Fruktose-Malabsorption leiden auch häufig unter seelischen Störungen. Sie weisen niedrigere Folsäurewerte auf als gesunde Menschen. Die Folge eines Folsäuremangels ist eine verstärkte Depressionsneigung, Konzentrationsschwäche und Reizbarkeit. Nur durch eine fruchtzuckerarme bzw. fruchtzuckerfreie Ernährung verschwinden die Beschwerden ganz oder werden weniger.

Man sollte auf leichtverdauliche und nicht blähende Nahrungsmittel umstellen und pro Tag
5 – 6 kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen.

Hier eine kleine Liste der Lebensmittel mit hohem Fruktosegehalt: Obst und Obstprodukte (auch Säfte und Trockenfrüchte), Karotten, Brokkoli, Auberginen, Artischocken, Kürbis, Tomaten, Erdnüsse, Früchtetee, Honig, Wein, Fruchtzucker. Kartoffeln sind auch fruktosehaltig – können aber in kleinen Mengen gegessen werden.

Vorsicht auch bei Fruchtjoghurts, Vollkornprodukten, Gebäcke, Schinken und gepökeltem Fleisch

Nahrungsmittel mit niedrigem Frukosegehalt: Bambussprossen, Blattsalate, Blumenkohl, grüne Bohnen, Chicoree, Chinakohl, gegarte Gurken, Fenchel, Knollensellerie, Staudensellerie, Mangold, Champignons, Pfifferlinge, Schwarzwurzel, Sojakeimlinge, Spargel, Zucchini.

Schwer verdaulich und blähend sind: Bohnenkerne, Erbsen, Grünkohl rohe Gurken, Lauch, Linsen, Mais, Paprika, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Rosenkohl, Rotkraut, Sauerkraut, Weißkraut, Wirsing, Zwiebel

Viele Apothekenprodukte enthalten Fruktose als Zusatzstoffe. Auch bei Infusionen muss aufgepasst werden. Gefahr droht auch, wo man es am wenigsten vermutet, nämlich im Krankenhaus. Einige Infusionen enthalten Fruktose, Sorbit oder Saccharose. Man sollte deshalb den behandelnden Arzt immer auf die Fruktose-Unverträglichkeit hinweisen.

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