Freitag, 5. September 2008

Sprue - Zöliakie - Glutenunverträglichkeit

Zöliakie oder Sprue ist keine Allergie, sondern eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten beruht. Gluten kommt in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Einkorn, Emmer und Kamut vor.

Bei den Betroffenen bildet sich auf der Darmzellen-Oberfläche ein Eiweißstoff aus, der dem Gluten als Rezeptor dient. Heftet sich das Gluten an den Rezeptor, wird das Immunsystem aktiviert. Es „denkt“ dann, dass es sich bei dem Gluten an einen schädlichen Eindringling – ein Antigen – handelt. Nun werden vermehrt Antikörper gebildet. Im Normalfall ist das auch wichtig und lebensnotwendig, aber hier sorgt es für die Schädigung der Darmzellen.
Bei Zöliakie -Betroffenen führt die Zufuhr von Gluten zu einer Entzündung in der Darmschleimhaut. Die Zotten bilden sich zurück und durch die Verringerung der Dünndarm-Oberfläche können nicht mehr genügend Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Kohlenhydrate und Fette) aufgenommen werden.

Die Krankheit tritt häufig schon im Kindesalter auf, wenn von Milch auf getreidehaltige Nahrung umgestellt wird. Erwachsene sind meist zwischen 30 und 40 Jahre alt, wenn Sprue entdeckt wird. Symptome sind: Kinder bleiben im Wachstum zurück, Gewichtsverlust und Untergewicht, Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit, Knochenschmerzen, Zyklusstörungen bei der Frau, Depressionen und Migräne oder Leberwerterhöhungen.

Bei etwa fünf Prozent aller Patienten mit Reizdarmsyndrom findet sich eine Glutenunverträglichkeit, die Diagnose Reizdarm ist dann nicht mehr zutreffend.

Zöliakie wird durch eine Dünndarmbiopsie diagnostiziert. Diese Untersuchung dauert nicht länger als 10 – 15 Minuten und ist ungefährlich. Eine Sonde wird an einem dünnen Schlauch über den Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm geschoben. Es werden mehrere Gewebeproben entnommen und untersucht.
Bei meinem Sohn wurde heute u. a. auch diese Untersuchung durchgeführt. Nachdem er dem Arzt von seiner Angst berichtete, wurde alles unter Vollnarkose gemacht. Von der ganzen Untersuchung bekam er nichts mit und war sichtlich erleichtert als es vorbei war.

Die einzige Möglichkeit auf Besserung besteht in einer glutenfreien Ernährung. Der Betroffene muss also seine Ernährung und seine Lebensweise grundlegend umstellen. Schon bei kleinsten Glutenmengen setzt die Schädigung wieder ein.

Die glutenhaltigen Getreide sind auch als Spuren in vielen Lebensmitteln enthalten und müssen von Zöliakie-Patienten gemieden werden. Diese findet man u. a. in: gebundenen Soßen, Suppen, Fertiggerichten, Pudding, Tiefkühl-Pommes, Kroketten, Kartoffelpuffer, Wurst, Frischkäse, Eis, Nuss-Nougat-Creme, Chips, Ketchup, Senf, Gewürzmischungen, Milchprodukte mit Frucht, fettreduzierte Produkte, Schokolade.

Gluten hat für viele Hersteller die erwünschte Eigenschaft, dass es geliert, Wasser mit Fett verbindet, stabilisiert. Gluten ist auch ein guter Trägerstoff für Aromen.

Im Internet habe ich einen guten Glutenfrei-Supermarkt entdeckt, den ich weiterempfehlen kann. Für meinen Sohn kaufe ich dort die Nuss-Nougat-Creme Vivani. Diese verträgt er sehr gut. Auch Wurstkonserven, Nudeln, Brot, Backmischungen und Kekse haben wir schon getestet. Alles bestens http://www.glutenfrei-supermarkt.de/

Keine Kommentare: