Freitag, 20. August 2010

Duft-Allergie - MCS (Multiple Chemikalien Sensitivität)

Ist Ihnen schon mal die Luft weggeblieben, als Sie das Parfum oder Rasierwasser anderer Personen in die Nase gestiegen ist? Ja, Parfums können Asthmaanfälle auslösen. Und das nennt man "Duftallergie".

Die Krankheit wurde in den fünziger Jahren von Dr. Theron Randolph in den USA entdeckt.

Viele wollen den Tag gut riechend beginnen und die Kosmetikindustrie unterstützt das nach Kräften. Ständig gibt es neue Duftnoten. Bei uns zu Hause gab es oft Ärger, weil ich den Duft, den meine Tochter an sich schmierte, nicht vertrug. Mir wurde jedes Mal übel, wenn sie bei uns zu Besuch war und das ist auch heute noch der Fall. "Liebe Melanie, ich kann da wirklich nichts dafür. Entschuldige bitte".

Medizinern, die sich mit Allergien auskennen, gefällt diese Entwicklung der neuen Duftstoffe überhaupt nicht. Sie berichten, dass immer mehr Patienten mit einer Duftstoff-Allergie in die Sprechstunde kommen. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden "duftallergische" Patienten als eingebildete Kranke abgetan.

Inzwischen weiß man aber, dass ein bis zwei Prozent der Bevölkerung allergisch auf Duftstoffe reagieren. Die Häufigkeit nimmt insgesamt zu, und Männer klagen inzwischen fast genauso oft über entsprechende Beschwerden wie Frauen. Es sind übrigens längst nicht mehr nur Kosmetika, die in Betracht kommen, sondern auch Waschpulver, Geschirrspülmittel, Putzmittel und so weiter und so fort. Die harmlose Reaktion auf Duftstoffe besteht aus kleinen geröteten und juckenden Stellen hinter dem Ohr zum Beispiel oder dort, wo der Parfumtropfen aufgetragen worden ist - auf der frisch rasierten Wange, unter dem Arm nach dem Deostift. Es ist eine örtliche Überreaktion des Immunsystems.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass der allergieauslösende Stoff mit dem Blut im ganzen Körper verteilt wird und es dann zum Ekzem an Hautstellen kommt, wo gar kein Duftstoff direkt hingekommen ist.

Es ist auch möglich, dass jemand von jetzt auf gleich reagiert.
Zum Beispiel wenn man sich über einen Eimer mit Putzwasser und Reinigungsmittel beugt und mit krebsrotem Gesicht wieder aufrichtet - dann können Duftstoffe die Ursache sein.

Für Duft-Allergiker ist das hier die Hölle! Die Nase beginnt zu triefen, Atemnot kommt dazu, und das geht manchmal bis zum dramatischen Asthmaanfall. Mit einem Hauttest können Allergologen feststellen ob eine derartige Allergie vorliegt. Die Ärzte kennen die Hauptübeltäter - Nelkenöl zum Beispiel, Zimt, Geranienöl, Vanille, Zedernholzöl, Lemongrasöl, Orangenöl und einige andere. Aus dem Weg gehen hilft, aber man ist manchmal doch den Duftwolken der Mitmenschen ausgesetzt - im Fahrstuhl, im Büro, oder im Kino.

Häufig beobachtete Symptome sind u.a. Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schwindel, Erschöpfung, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Rhinitis, Ekzeme, häufiges Wasserlassen, metallischer Geschmack, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Asthma, Depression, Aggression, Verwirrung, Apathie oder Konzentrationsstörungen.


* gelesen in http://www.purenature.de/inhalt/allergie_info_mcs.html

*Wie erkenne ich, ob ich chemikaliensensibel bin?
Wenn Sie auf Alltagschemikalien wie z.B. Zigarettenrauch, frische Farbe, Parfum, Benzin, Reinigungsmittel, bei minimalem Kontakt, bei dem andere Menschen nicht reagieren, physische oder psychische Symptome bekommen.
Dies reproduzierbar ist und andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie chemikaliensensibel sind.
In diesem Falle sollten Sie einen kompetenten Umweltmediziner, oder eine erfahrene Umweltklinik zur weiteren Diagnostik und Behandlung aufsuchen.

Diagnostik
Der eindeutigste Beweis zum Vorliegen einer Chemikaliensensibilität liefert ein Doppel-Blind-Provokationstest unter umweltkontrollierten Bedingungen, nachdem der Patient gesundheitlich stabilisiert und sich in einem demaskierten Stadium befindet.
Einige führende amerikanische und deutsche Umweltmediziner kombinieren diese Tests mit gleichzeitigem SPECT- Scan des Gehirns, AEP’s (akustisch evozoierte Potentiale), Olfaktometrie und geeignete psychometrische Tests, vor und nach der Provokation, um gleichzeitig die Beeinträchtigung der Hirnleistung zu dokumentieren.
Zusätzlich hilfreich ist die Kontrolle der enzymalen Entgiftungsleistung (Glutathionoxydasen, Katalase, Superoxyddismutase, Cytochrom P450, etc.).

Welche Maßnahmen sind hilfreich bei Chemikaliensensibilität?
Vermeiden und reduzieren von Chemikalienexpositionen im Wohnumfeld, auf der Arbeit und in der Freizeit

Reduzierung der Gesamtkörperbelastung (Sauna, Ernährung, Kontrolle der Nährstoffstatus)

Sanierung des Wohnraumes (keine Teppichböden, behandelte Holzdecken, Vinyltapeten, Polsterbetten, Schaumstoffmatratzen, Presspanmöbel)

Schaffung eines Cleanrooms

Essen von unkontaminierten biologischen Nahrungsmitteln (Vermeidung von Zusatzstoffen, Farbstoffen, Pestiziden, Fungiziden, Bestrahlung, genmanipulierter Nahrung) möglichst in Rotation und unter Beachtung von Allergien, Intoleranzen und Sensibilitäten

Trinken von unkontaminiertem natriumarmem Wasser (gefiltert oder aus Glasflaschen)

Tragen von schadstofffreier Kleidung

Benutzung eines Luftfilters zuhause und im Auto

Tragen von Aktivkohlemasken, oder Airsupply Luftfilter für unterwegs

Bei Chemikalienexposition möglichst durch den Mund atmen. Durch die Nase atmen hat einen sofortigen Effekt auf die Hirnnerven. Durch den Mund eingeatmete Chemikalien müssen erst über den Blutstrom zirkulieren und die Bluthirnschranke passieren, bevor sie das Gehirn beeinträchtigen.

Viel Aufenthalt an frischer Luft an trockenen Tagen (nicht in der Nähe von Feldern oder Industrie, etc.)

Austestung und Desensibilisierung von Allergien, bzw. Sensibilitäten gegenüber Nahrungsmitteln und Inhalationsallergenen (Millertechnik, ohne Konservierungsmittel) durch eine erfahrene Umweltklinik mit Cleanroombedingungen

Kommentare:

wiebke hat gesagt…

mein tägliches brot, ich lebe wie allergiekerin,aber reagiere als intrinsic-asthmatikerin pseudoallergisch..es gibt null verständnis..ich lebe duftstofffrei, und meide alles was irgendwie geht...
schlimm ist auch zigarettenrauch , viele sogenannten natürliche stoffe wie zitronenöl..oder geölte möbel so bin ich dankbar uralte möbel aus dem fundus zu haben,die werden nur mit olivenölseife und sonnenblumenöl gepflet. und bei pur nature bin ich gut versorgt.
aber die leute schauen mich ungläubig an,wenn ich sofort ihre neuen büros wieder verlasse, weil mir die luft wegbleibt..besonfders viele neuen ämter oder raumausstatter da ist der reinste chemiecocktail!! gruß wiebke

Clarissa hat gesagt…

Hallo, Dinkelhexe, vielen Dank für die Aufklärung aber von uns MCS-Kranken gibt es schon viel zu viele und täglich werden es mehr. Wenn man die Industrie anschreibt und nachfragt warum sie sich den Markt für ca. 25% der Bevölkerung verbauen indem sie in alles Duftstoffe mixen, erhält man immer die selbe Antwort: Der Kunde wünscht einen "schönen" Duft.

Wer uns mal besuchen möchte oder mehr Infos benötigt, kann sich mal auf www.csn-deutschland.de umsehen. Ich selber habe dazu auch einige Informationen: Die MCS-SCHLEIFEN und mehr findet ihr hier: mcs-infogate.de/promo
Duftstofffreie Produkte findet ihr hier: http://bagross.gmxhome.de/duftfrei/produktliste
Einen Kurztest zu MCS findet ihr hier: http://mcs-infogate.de/kurztest_zu_mcs_+

Die Gedenkseite für die Opfer dieses unfairen Kampfes: http://www.mcs-infogate.de/memory/zum-gedenken

Anonym hat gesagt…

MCS ist mein alltägliches Problem. Seien es Parfums oder Duftstoffe in Waschmitteln und vor allem in Veredlern, schon einige Atemzüge können bei mir die folgenden, teilweise sehr heftigen Symptome auslösen: Kopfschmerzen, Angina (ohne sichtbare Zeichen), Übelkeit und was am schlimmsten ist, heftige Herzrythmusstörungen mit Aussetzern, die sich über Stunden erstrecken können. Gruss, Maus.