Donnerstag, 12. Mai 2016

Die Eisheiligen 11. - 15. Mai

Die Tage vom 11. bis 15. Mai nennt man "Eisheilige". An diesen Tagen gibt es in Mitteleuropa oft Kälteeinbrüche, sie werden von den Bauern als letztmöglicher Termin für eine späte Rückkehr von Frost und Schnee gefürchtet. Vor dem Ende der Eisheiligen wird gewöhnlich im Garten nicht gepflanzt und kein Vieh auf die Weide getrieben. Früher waren auch Feuer zur Abwehr der Kälte verbreitetet, dieser Brauch geriet in Vergessenheit.

Ein weiterer Kälteeinbruch in Mitteleuropa zwischen dem 04. und 20. Juni wird als Schafskälte bezeichnet

Bei den Heiligen handelt es sich um Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert.

Mamertus am 11. Mai:

Mamerz hat ein kaltes Herz

Mamertus wurde 461 Bischof von Vienne. Um 464 zerstritt er sich mit Papst Hilarius über eine Neueinteilung der Diözesen in Südfrankreich. Mamertus setzte selbst einen neuen Bischof in St. Dié ein und wurde dafür vom Papst scharf getadelt.
Nach zahlreichen Feuern und Erdbeben und großen Zerstörungen in seiner Heimatstadt Vienne führte Mamertus 470 die „Drei Bittgänge” vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, Prozessionen zur Abwendung von Gefahren und zur Erflehung göttlicher Hilfe. Die hierfür erstellten Litaneien und Bittgebete verbreiteten sich in ganz Gallien und Spanien.


Pankratius 12. Mai:

Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder,
was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.


Pankraz, Servaz, Bonifaz
machen erst dem Sommer Platz.


Die Legende erzählt, dass der verwaiste Sohn eines reichen Römers 303 mit seinem Onkel Dionys nach Rom reiste. Mit seinem ererbten Vermögen half er dort den verfolgten Christen. Besonders denen, die aufgrund ihres Glaubens gefangen genommen wurden. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius auf Verfolgungsbefehl erfasst und vor den Kaiser gebracht. Der 14-Jährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen. Deshalb wurde er öffentlich enthauptet und sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Eine Christin barg ihn unter Lebensgefahr und setzte ihn in den Katakomben an der Via Aurelia bei.
Über seinem Grab errichtete Papst Symmachus im Jahr 500 eine Kirche, an deren Stelle die heutige Kirche S. Pancrazio steht.


Servatius 13. Mai:

Servaz muss vorüber sein,
will man vor Nachtfrost sicher sein.


Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien und entstammte der Heiligen Sippe. Er wurde um 340 Bischof von Tongern - der erste dort bezeugte Bischof. Ein Engel soll Servatius von Jerusalem nach Tongern geführt und ihm den Ring und Stab des verstorbenen Vorgängers auf dem Bischofsstuhl von Maastricht, die auf dem Altar bereitlagen, überreicht und ihn damit selbst zum Bischof geweiht haben.
Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet. Als er predigte, erfüllte ihn der Geist und alle verstanden ihn in ihrer Muttersprache. Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden. Andere berichten, dass Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in Maastricht, vor den damaligen Mauern der Stadt, an der Straße nach Köln.


Bonifatius 14. Mai:

Vor Bonifaz kein Sommer,
nach der Sophie kein Frost.

Der legendäre junge Römer Bonifatius war nicht Christ, wurde aber von einer reichen Römerin beauftragt, in Tarsus Reliquien christlicher Märtyrer zu finden und nach Rom zu bringen. Als er dort die Folterungen und Tötungen in der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius miterlebte, ließ er sich taufen und bekannte sich zum Christentum, worauf er selbst durch siedenes Pech sterben musste. Seine Begleiter brachten Bonifatius' Gebeine nach Rom, wo sie an der Via Latina beigesetzt wurden.


Sofia von Rom 15. Mai:

Pflanze nie vor der Kalten Sophie.
Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.


Sophia erlitt als junge Frau den Martertod, wahrscheinlich in der Christenverfolgung unter Diokletian. Teile der Reliquien von Sophia kamen unter Bischof Remigius von Straßburg in das Frauenkloster Eschau im Elsass.

Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi.
Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie.

Kommentare:

kitchen roach/galley roach hat gesagt…

Herrlich. Ich bin aufgewachsen mit den Eisheiligen und der Kalten Sofie. Und endlich weiss ich auch wann, und wer, die sind!

Bluhnah hat gesagt…

hoffentlich erfrieren meine geranien nicht bei der kälte :-(

Yerusha hat gesagt…

Hallööööchen,

ja ja,- die Eisheiligen und die kalte Sophie veranlassen mich, heute mal vor den Lappi zu verbringen und nicht im Garten was zu tun.

Ich habe dir einen Award auf meinem Blog reserviert. Wenn du magst, würde ich mich freuen, wenn du ihn dir abholst.

Ganz liebe Grüße und nen dicken Umärmler,

Yerusha

meine Landliebe hat gesagt…

...das war jetzt sehr interessant zum Lesen. Die Eisheiligen und die kalte Sophie sind mir sehr bekannt und es ist was dran - hatten gestern in der Früh Schnee im Garten liegen. Die Geschichten um sie kannte ich jedoch nicht, hatte auch noch nie die Idee im www. zu suchen. Danke für Deine Ausführungen, haben mir sehr gefallen.
LG Evi

Angela Duderstadt hat gesagt…

Danke für den interessanten Artikel. Es ist auch etwas Wahres daran. Ich pflanze auch erst nächste Woche...
Liebe Grüße
Angela

stufenzumgericht hat gesagt…

Also heute habe ich noch in der FAZ einen Artikel darüber gelesen, dass es das Wetterphänomen der Eisheiligen wohl in der bekannten Form nicht mehr gibt. Ich kann das aber nicht bestätigen, zumal es momentan hier richtig kalt, stürmisch, regnerisch und windig ist! Deine Infos über die Eisheiligen sind sehr interessant!!!
GlG, Martina

Hesting hat gesagt…

Bei einem der Gärten, an denen ich täglich vorbeigehe, stehen im Garten schon dicke Salatköpfe und zwei dicke Rettiche gucken aus der Erde.

Von den Eisheiligen habe ich übrigens erst in Hessen gehört. In der DDR haben die irgendwie keine Rolle gespielt.