Sonntag, 24. Mai 2015

Pfingsten - was bedeutet das eigentlich ?

Für viele Menschen ist Pfingsten einfach ein verlängertes Wochenende und Schulkinder können sich in den Pfingstferien vom Schulstress erholen.

An Pfingsten feiern Christen den Geburtstag der Kirche und den Beginn der Ausbreitung der christlichen Botschaft. Der Bibel zufolge empfingen die Jünger Jesu 50 Tage nach Christi Auferstehung an Ostern den Heiligen Geist. Daher wird Pfingsten auch als "Fest des Heiligen Geistes" bezeichnet. Es ist nach Weihnachten und Ostern der dritte Höhepunkt im Kirchenjahr.

Pfingsten gilt auch als Beginn der weltweiten Mission. Am Pfingstmontag endet der österliche Festkreis.

Der Name Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort "pentekosté", der Fünfzigste ab, weil das Pfingstfest seit Ende des vierten Jahrhunderts fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird.
Er entwickelte sich über den gotischen Ausdruck "paintekuste" und das mittelhochdeutsche Wort "pfingesten" zu der heutigen Bezeichnung.

In vielen Regionen gibt es Pfingstbräuche. Wie z.B. das Pfingstbaumpflanzen, Pfingstenkranz, Schmücken des Pfingstochsen (im scherzhaften Sinn wird auch derjeneige als Pfingstochse betitelt, der am Pfingstsonntag am längsten schläft. In manchen Orten wird der „Pfingstochse“ auf einer Schubkarre durch den Ort gefahren, um aller Welt zu zeigen, wer der Langschläfer ist)


In Kuppenheim-Oberndorf hat sich bis heute ein Brauch erhalten, der ursprünglich im ganzen Landkreis Rastatt heimisch war

Er geht zurück auf die Sage von Pfingstkönig und -königin, welche vom Pfingstträg begleitet wurden. Dieser war ein fauler und Erbsen liebender Gesell, der vor lauter Gier nach den grünen Hülsenfrüchten stets zu spät zum Einzug des königlichen Paares erschien und dabei immer sein Pferd vergaß.

Daher lautet der Spottspruch auf ihn:

„Pfingstträg, Pfingstträg, oha!
Hat Erbse g´fresse,
hat sei Roß im Stall vergesse!“

Immer an Pfingstmontag wird ein älterer Bub als Pfingstträg auserwählt und im Wald an geheimer Stelle so dicht mit Farnen und Weiden umpackt, dass er nicht mehr erkannt wird, aber auch kaum noch laufen kann.

Das Sammeln des Farns übernehmen die so genannten Teiler, welche Buben sind, die mindestens im Vorjahr beim Rätschen und beim Pfingstträg teilgenommen haben.

Zu seiner Verkleidung gehört noch ein ca. 2 m langer Schweif, der von den jüngeren Buben getragen wird.

Unter dem Singen des "Spottliedes" wird er ins Dorf geführt. Ihm voran geht ein Bub, der an einem langen Stock eine Glocke trägt und so den Pfingstträg ankündigt.

Die Teiler sammeln dabei von den Anwohnern milde Gaben. Am Schluss wird der Pfingstträg wieder in den Wald geführt und von seiner Verkleidung entledigt.

Die Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag ist in Österreich und Teilen von Deutschland ist die Unruhenacht oder auch Bosheitsnacht genannt. Ursprünglich sollten in dieser Nacht böse Geister ausgetrieben werden, jetzt werden in der Bosheitsnacht den Mitbürgern verschiedene Streiche gespielt, z. B. wird die Gartenbank des Hauseigentümers versteckt. Mein Vater berichtete, dass sie beim Nachbarn das Gartentor aushängten und ein paar Häuser weiter an den Gartenzaun lehnten. Diese Aktivitäten werden auch als Pfingststehlen bezeichnet. Alles, was nicht durch ein Dach geschützt ist, darf mitgenommen und versteckt werden.

Ein weiterer Brauch zu Pfingsten in Deutschland, ist das sogenannte „Birkenstecken“. In der Pfingstnacht machen sich Junggesellen auf, um ihrer Liebsten eine Birke an die Hauswand zu stellen. Dies symbolisiert seine Zuneigung zu ihr. Zudem ist es in einigen Landstrichen üblich, eine Kalkspur von der gesteckten Birke bis zum Haus des Junggesellen zu streuen, um die Herkunft der Birke aufzuklären. "Wie romantisch!!"

Kommentare:

Bluhnah hat gesagt…

sonnige pfingsten wünsch! :-*

spinne hat gesagt…

Danke für deinen Kommentar bei mir! Somit kann ich jetzt auch deinen Blog durchstöbern - da gibt's ja eine ganz viele interessante Einträge!

Angelika hat gesagt…

Wunderbar hast Du das Pfingstfest und die alten Bräuche beschrieben meine Liebe.

Hab ein schönes Pfingstfest und sei ♥ lich gegrüßt
Angelika