Mittwoch, 13. Januar 2016

MCS - Duftstoffallergie - Unverträglichkeit

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Duftstoffe haben viele Funktionen: Tiere kommunizieren über Düfte, Pflanzen locken damit Insekten an oder schrecken Fressfeinde ab. Wir Menschen nutzen Düfte in Parfüms – aber auch in Kosmetika, Reinigungsmitteln, Weichspülern, Raumdüften und vielem mehr. Etwa 3000 verschiedene Duftstoffe sind bekannt. Sie stammen entweder aus natürlichen Quellen wie Pflanzenteilen oder Tiersekreten. Oder sie werden künstlich im Chemielabor hergestellt.

Zum Problem werden Düfte für Menschen, die allergisch bzw. mit Unverträglichkeiten auf einen oder mehrere Stoffe reagieren. "In Deutschland sind ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, also über eine Million Menschen betroffen", weiß Abdullah Sahan, ärztlicher Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums der Evangelischen Lungenklinik Berlin.

Wirkung von Duftstoffen

Über die genauen Wirkungen von Duftstoffen auf Umwelt und Gesundheit weiß man bis heute wenig. Bekannt ist allerdings, dass Duftstoffe bei manchen Menschen Allergien oder andere Unverträglichkeiten auslösen können.

Häufiges Symptom: Juckreiz auf der Haut

Allergien des Typ IV werden auch als verzögerter Typ oder als Spättyp bezeichnet. Nach einem oder mehreren Kontakten mit dem Allergieauslöser (dem Allergen) kommt es zur sogenannten Sensibilisierung. Der Körper stuft einen eigentlich harmlosen Stoff als bedrohlich ein – und mobilisiert sein Immunsystem.
Allergie-Symptome treten bei einer Allergie Typ IV typischerweise mit einer gewissen Zeitverzögerung auf – zum Beispiel erst einige Stunden bis Tage, nachdem man in Berühung mit dem Allergieauslöser kam.
Bei der Duftstoffallergie findet der Kontakt mit dem Allergen über die Haut statt – beispielsweise dann, wenn ein Parfüm aufgetragen wird. "An der Kontaktstelle kommt es zu Juckreiz, Rötung und Schwellung", sagt Sahan, „oft allerdings erst zwei bis drei Tage später". Das macht es für Patienten schwierig, Symptome einem ganz bestimmten Stoff zuzuordnen, erklärt der Allergie-Experte. Hält der Kontakt länger an, kann es zur Schuppung und zur chronischen Hautentzündung – einem allergischen Ekzem – kommen.
Manche Patienten leiden auch an Übelkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen und an Atemnot bis hin zu Asthma-Anfällen. Meist bleibt die Überreaktion allerdings auf jene Stelle begrenzt, die mit dem Auslöser in Kontakt stand. War das Allergen zum Beispiel in Waschmitteln oder Weichspülern für Kleidung enthalten, kann die Haut allerdings großflächig betroffen sein.

Allergene in der Luft

Immer mehr Duftstoffe finden sich auch in der Luft. 
Als Raumerfrischer in Kaufhäusern, in öffentlichen Toiletten aber auch im privaten Haushalt. Diese Duftmoleküle berühren nicht nur die Haut, sondern beim Einatmen auch die Schleimhäute der Atemwege.
So können unter Umständen Atemwegssymptome entstehen – nicht nur durch künstlich erzeugte Duftstoffe, sondern ebenso durch natürliche Düfte. Raumdüfte wie die synthetisch hergestellten Raumsprays aber auch natürlich wirkende Räucherstäbchen können Beschwerden hervorrufen, sagt Sahan. Dies kann über Unwohlsein bei den oft sensibel reagierenden Allergikern bis hin zu Asthma-Anfällen führen.

Wie wird eine Duftstoffallergie festgestellt?

Eine Überempfindlichkeit kann der Hautarzt durch einen Allergietest diagnostizieren.
Allerdings lässt sich nicht in allen Fällen der "Übeltäter" feststellen", erzählt Sahan aus seiner Erfahrung.

Therapie: Wie wird behandelt?

"Eine ursächliche Therapie gibt es leider nicht", sagt Sahan. Eine Sensibilisierung bleibt in der Regel lebenslang bestehen. Der einzige Weg um Beschwerden zu verhindern, führt über das Meiden des Allergens.

Duftstoffe vermeiden – oft nicht leicht

Das Vermeiden des Stoffes klingt einfach, ist aber in der Praxis oft schwer durchzuführen. In Deutschland herrscht zwar Deklarationspflicht für Kosmetika, aber meist finden sich auf der Verpackung nur Sammelbezeichnungen wie "Parfum", "Fragrance" oder "Aroma". Die Inhaltsstoffe vieler Produkte, wie zum Beispiel Raumdüfte, müssen die Hersteller überhaupt nicht aufführen, falls die Inhaltsstoffe nicht unter die Gefahrstoffverordnung fallen.
Duftstoff-Allergiker und Menschen mit sensibler und problematischer Haut sollten daher auf duftstofffreie Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Weichspüler zurückgreifen. Duftlampen, Räucherstäbchen und ähnliches meiden die Patienten am besten ganz. Duftstofffreie Artikel tragen oft ein Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes und finden sich in Drogerien und Apotheken.

1 Kommentar:

Bluh nah hat gesagt…


Empfindlichkeiten gegen Duftstoffe werden mit dem Alter immer schlimmer habe ich den Eindruck...